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Inhalt Vorwort Die Frühgeschichte des Zweirads Teil Eins: Kölner Firmen und Marken
Zeitsprung: Der MSC Porz – lebendige Motorsport-Tradition in Köln Danksagung Quellen und Bildnachweis |
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Vorwort „Die erste Fahrt gibt den Fahrenden Empfindungen, die sie niemals mehr im Leben vergessen. Empfindungen, die sich keiner vorstellen kann, der sie nicht durchgemacht hat. Es ist die wonnevolle Empfindung der Macht, dass wir Raum und Zeit bezwingen können. In diesem Siegen verlängern wir gleichsam unser Leben, ringen unserem erbittertstem Feinde, dem Tod, einen Fußbreit Boden, Minuten und Stunden ab. Wenn Hecken, Bäume, Häuser, Städte, Berg und Tal rechts und links an uns vorüberfliegen, wird das Gefühl der Raumüberwindung zur Ekstase...” Diese Worte schrieb der Bühnenschriftsteller und Librettist Rudolf Lothar am Ende des 19. Jahrunderts. Sie drücken aus, was viele Menschen um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert empfanden: Faszination für neue technische Errungenschaften und Begeisterung über die Aussicht auf eine bis dahin unbekannten persönlichen Mobilität. Wenig mehr als 120 Jahre sind vergangen, seit die ersten Fahrräder in Köln den staunenden Massen vorgeführt wurden. Die ersten Motorräder tauchten vor gut 100 Jahren auf und galten als wahre Sensationen. Fahrräder und Motorräder waren Mobile der Zukunft. Köln wurde schnell zu einer Metropole der Zweiradindustrie und des mit ihr entstandenen Zweiradsports. Die Stadt war ein wichtiges Industriezentrum, nicht zuletzt Dank der Erfindung des Viertakt-Verbrennungsmotors durch Nicolaus August Otto im Jahre 1876. Der Standort war also klug gewählt, als 1890 ein junger Mann namens Georg Sorge in Lindenthal die erste Fahrradfabrik Kölns gründete. Seine Produkte stellte er in das Schaufenster seiner Radfahrschule. Eine Radfahrschule – auch das musste sein, in der Zeit, „als die Kölner fahren lernten.” In den folgenden Jahrzehnten folgte ein wahrer Triumphzug Kölner Fahrräder, Motorräder und Rennfahrer. Viele weitere Firmen entstanden, Rennstrecken wurden gebaut und Kölner Sportler errangen zahlreiche Deutsche Meisterschaften, Weltmeister-Titel und sogar Olympia-Siege auf zwei Rädern, oft sogar auf Zweirädern aus unserer Stadt. Aber nicht nur glorreiche Geschichten, sondern auch tragische Kapitel zählen zur Kölner Zweiradgeschichte, wie die des Rad-Weltmeisters Albert Richter oder der jüdischen Bankiersfamilie Hanau, die dem Terror des NS-Regimes zum Opfer fielen. Insgesamt ist die „Kölner Zweiradgeschichte“ ein umfangreiches und bewegtes Kapitel der Stadthistorie. Durch Kaiserreich, Ersten Weltkrieg, Weimarer Republik, Inflation, Weltwirtschaftskrise, Nazi-Diktatur, Zweiten Weltkrieg und bis in die Nachkriegszeit hinein erlebte sie Höhen und Tiefen. Einige fast vergessene Fakten, Ereignisse und Personen präsentiert dieses Buch. Auf Grund der Natur der Sache können die Darstellungen nicht vollständig sein. Es kann und soll aber sowohl dem Kölner Bürger als auch dem eher technisch versierten Oldtimer-Enthusiasten eine interessante und abwechslungsreiche Lektüre bieten – nicht mehr und nicht weniger. |
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