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"Deutschlands beste Motorrad-Rennfahrerin"
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Einführung des Verfassers..................................4

Vorwort von Elga Thouret: Meine Mutter........8

Die Wurzeln der Konsultochter........................10
Anekdote aus der Kindheit: Das verbotene Fußballspiel.
Vater Randad - Erster deutscher Konsul in Afrika.
1918: Zerbrochenes Glück mit Ernst Kapps...
1920: Heirat mit Karl Thouret.

Die Sport-Karriere.............................................22
Kanuzeit: Dreifache Deutsche Meisterin.
Hockey-Zeit: Von der Torkanone zur Reichstrainerin.
Ilse Thouret macht aus ihren Hobbys einen Beruf.
Ilse Thouret: "Hockey - Eine Betrachtung 1931".

Deutschlands beste Motorrad-Rennfahrerin...34
Einleitung Motorradzeit: "Warum ich Rennen fahre".
Beginn der Motorsport-Karriere 1932.
"Damen dürfen nicht starten".
Erfolge bei Geländefahrten.
1933: Werksfahrerin für Puch.
Auto Union-DKW: Im Team mit Rosemeyer.
Int. Six Days: Schnellste Zeit des Tages...
Internationale Motorsportveranstaltungen in den 30er Jahren.
Miss Marjorie Cottle: "her english sister".
Rennfahrer Toni Schlotterbach: "Sie war das Teufelsweib".
Saxonette 1937: Thouret Damen-Trio in der Werbung...

1943-1945.............................................................74
1943: Leiterin der NSKK-Transportgruppe Todt in Berlin.
1944-45: NSFK-Fluglehrerin in Oberalting.

Die Nachkriegszeit..............................................76
1945-46: "Agent Spec. Service Entertainment" U.S. Army.
Britischer Respekt: "With compliments".

Motorroller-Zeit..................................................78
1950: Das Lambretta Jahr - ein Damentrio erobert Herzen.
1951-1953: Vespa-Werksteam für die Hoffmann-Werke.
Trophee de Monaco, Rallye Madrid, Deutschlandfahrt...
1953: Das Vespa-Jahr der Elga Thouret: Miss Vespa.
Die Roller-Linie: Elgas eigene Modekollektion.

Die Thourets bis zum Tod von Ilse..................110
1955: Beste Moped-Fahrerin Deutschlands...
1957: Rallye Akropolis (Anneliese und Elga).
1959: 17.000 Km quer durch Afrika (Ilse).

Lebensgeschichten............................................118
Ilse: "Sie war das Licht von zwei Generationen..."
Anneliese: Zu früh gestorben...
Elga: Spiegel der Mutter.
Ingo Thouret: Für jeden ist der Weg nach oben offen.

Anhang..............................................................126
Thouret - Chronik

Impressum........................................................128
Textauszug: "Anekdote aus der Kindheit: Das verbotene Fussballspiel"
Hamburg, 1907: Auf dem Jungfern-stieg trifft sich die Prominenz und die Schickeria der Stadt. Sehen und gesehen werden.
Nach französischem Duftwasser riechende Frauen in hochverschlossenen Kleidern mit riesigen, blumenverzierten Hüten und glitzerndem Schmuck spiegeln sich in den prachtvoll dekorierten Schaufenstern. Männer promenieren in edlen maßgeschneiderten Anzügen, holen stolz im Minutentakt ihre goldenen Taschenuhren aus der Westentasche, und dies nicht nur, um die Uhrzeit zu erfahren. Man zeigt, was man hat...

In diese Szene fährt eine majestätisch wirkende Kutsche mit goldenen Wap-pen an den Seitentüren. Sie wird gezogen von zwei schwarzen Warmblütern, die auch sicherlich auf der Hoppegarten-Rennbahn eine Siegchance hätten. Der Kutscher trägt eine Uniform, mit der er mühelos auf dem Wiener Opern-ball Einlass finden würde. In der Kutsche logiert Konsul Randad samt Gattin und vier Töchtern.
Dank seinen zahlreichen Faktoreien in Afrika hat er es zu einem großen Ver-mögen gebracht. Bei seiner Rückkehr nach Hamburg zählt er zur Oberschicht der Hansestadt.
Dies hatte auch direkte Konsequenzen für die Kinder des Konsuls, von denen die "feine" Gesellschaft die Einhal-tung gewisser Normen erwartete, ganz besonders galt dies für Mädchen.

Sanft hält die Kutsche vor dem Laden mit einem französischen Daracq-Automobil im Schaufenster. So ein modernes "Stahlross" fehlt im Hause Randad! Der Konsul und seine Gattin steigen aus der Kutsche, der befreundete Tabakhändler Reemtsma wartet schon im Laden. Unweit von der Kut-sche spielen Jungs mit einem Stoff-knäuel diesen modernen Sport "Fuß-ball", wie er genannt wird.
Während ihre Schwestern brav mit Porzellanpuppen spielen, ist die 10jährige Konsultochter Ilse fasziniert von dem Sportspiel und springt aus der Kutsche. Die Burschen trauen ihren Augen nicht recht: Dieses Mädchen, mit einem blütenweißen Kleid, glänzenden Lackschühchen und geflochtenen, blonden Haaren, will sich mit ihnen messen? Ehe sie sich lange versehen schnappt sich Ilse den "Ball", die Jungen laufen hinterher...das Spiel geht weiter. Sofort bildet sich eine Zuschauermenge. Ein Mädchen, das Fußball spielt? Staunende Menschen-augen, anerkennendes Kopfnicken und Gelächter!

"Ilse", ertönt die strenge Stimme der Frau Konsul. Das Publikum hatte es schnell begriffen. Ilse nicht, sie spielte wie in Trance. Das Gelächter verstummt in peinliche Berührtheit. Jeder kennt diese vornehme Frau, und Fußball gilt schließlich als Sport der Proletarier. Schnell löst sich die Grup-pe der Zuschauer auf. Die Jungs stoppen das Spiel, jetzt hat es auch das kleine Mädchen begriffen: Zwei Wo-chen Stubenarrest. Und das nicht we-gen Verlassens der Kutsche, sondern weil sie Fußball gespielt hat.

Eine kleine, harmlos wirkende Anek-dote aus der Kindheit einer Frau, die in ihrem Leben immer gegen starre, ge-sellschaftliche Etikette ankämpfen musste. Das kleine Mädchen wurde unter dem Namen Ilse Thouret zu einer der bekanntesten Frauen-Sportpersönlichkeiten der 20er und 30er Jahre in Deutschland.
Begleitet war ihr sportlicher Triumph stets von gesellschaftlichen Gegenreaktionen. Eine Frau, die sich sportlich verwirklichen wollte, war einfach unvorstellbar in dieser Zeit. Was da-mals schockierte, ist heute normal.
Geschichten wie diese brachten Ilse Thouret schon als Kind den Ruf in der feinen Gesellschaft als "very shocking", später wurde sie eine "Outstanding Woman".
Der Hamburger Jungfernstieg hat übrigens seinen Namen daher, weil stolze Väter früher am Sonntagnachmittag mit ihren heiratsfähigen Mädchen dort promenierten und sie präsentierten.



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